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29.09.2026

Die Fachexkursion am 25. September war ein großer Erfolg!

Erinnern Sie sich an unsere News vom 31. Juli? Wir hatten versprochen, im Sommer nicht auf der faulen Haut zu liegen. Nun, da sich unsere letzten Projekte des Jahres so langsam dem Ende zuneigen und wir Schritt für Schritt fertig werden, blicken wir stolz auf unsere Abschlüsse zurück. 

Ein wirklich toller Erfolg war dabei die Fachexkursion in die Vulkaneifel am 25. September. Für eine Teilnahmegebühr von gerade einmal 10 Euro – ein echtes Preishighlight, das dem Portemonnaie nicht wehgetan hat – erlebten wir einen unserer besten Exkursionstage der letzten Jahre. Bei Bilderbuch-September-Sonnenschein und strahlend blauem Himmel starteten insgesamt 27 gut gelaunte Teilnehmer mit Bus oder PKW in die Vulkan-Eifel. Besonders gefreut hat uns, dass wir auch Teilnehmer aus den Niederlanden in unserer Runde begrüßen konnten.

Erste Station war die historische Schweppenburger Mühle im Brohltal. Herr Mosen zeigte uns sein beeindruckendes Mühlenanwesen – dessen Geschichte bis zur Ersterwähnung im Jahr 1365 zurückreicht – sowie die dahinterstehende Familiengeschichte seit der Übernahme im Jahr 1913. Die Mühle war, wie bei alten Anlagen fast üblich, einst eine Mahl- und Ölmühle. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Ölmühle schließlich umgebaut, um wertvollen vulkanischen Traß für die Mörtelherstellung zu mahlen. Den letzten Kollergang, das damalige schwere Mahlwerk, mit dem die Steine zerkleinert wurden, konnten wir in seinem wohlverdienten Schlaf betrachten.

Vorher weihte uns Herr Mosen aber in die verschiedenen Mahl-Passagen seiner Handwerksmühle ein. Geduldig demonstrierte er uns das Entstehen von Grieß, Dunst und Mehl. Es war faszinierend zu sehen, wie eine handwerkliche Mühle, mit einem oberschlächtigen Wasserrad, gutes Mehl aus dem ganzen Korn herstellt; sogar italienisches 00-Mehl wird hier heute für Pizzaliebhaber produziert. Standard-Typen wie das Weizenmehl 405 oder 550 kommen für einen echten Müllermeister bei der traditionellen Herstellung von Dunst hingegen nicht in die Tüte – denn dieser besondere Mahlgrad hat eine ganz eigene Geschichte. Herr Mosen erklärte uns, dass Dunst, dass sogenannte griffige Mehl, in seiner Mühle erst seit 1946 produziert wird. Damals fragten vor allem sudetendeutsche Flüchtlinge nach diesem Produkt der ungarischen Hochmüllerei, um damit ihre geliebten Knödel- und Mehlspeisen aus der alten Heimat zu backen.

Auch bereits „eingeweihte“ Kenner des Müllerhandwerks unter uns stellten fest, dass dieser Besuch ihnen völlig neue Erkenntnisse bescherte. Der letzte Müllermeister der Region ist ein Fachmann, wie es sie heute nur noch selten gibt!

Danach ging es weiter nach Mendig in das Lava-Dome Vulkanmuseum und die tiefen Lavakeller. Dort haben wir die Säulen des beeindruckenden untertägigen Abbaus von Mahlsteinen besichtigt. Es macht einen schier sprachlos, wenn man bedenkt, wie die sogenannten Leyer (Bergleute) den wertvollen Basalt mit bloßen Händen und Pickeln aus dem harten Fels schlugen. Da man die tonnenschweren Blöcke unmöglich auf dem Rücken nach oben tragen konnte und Pferde in den tiefen, dunklen Schächten nicht arbeiteten, erfolgte der Vertikaltransport an die Oberfläche über mächtige Seilwinden und obertägige Göpelwerke, die sich die Kraft der Tiere im Kreislauf zunutze machten. Die so entstandenen Felsenkeller wurden wegen ihrer konstant kühlen Temperaturen später von Brauereien als Bierkeller genutzt und dienen heute auch als faszinierende Filmkulisse.

Den Abschluss unseres Tages bildete das gemeinsame Klönen in der preisgekrönten Vulkan-Brauerei. Hier wurde dann - die Laune war dafür passend - der Kooperationsvertrag zwischen dem RMDZ und dem Rheinischen Mühlenverband unterzeichnet. Beide Verbände wollen enger zusammenarbeiten, schauen wir also gespannt auf das Jahr 2027.

Egal welche Wetterlagen der Herbst nun bringt – die Erinnerungen an unsere Eifel-Tour und die Freundlichkeit der Menschen wärmen uns von innen, was die Sonne wohl in den nächsten Monaten nicht mehr schafft. 

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Mosen, den Museumsführer und an alle Mitreisenden für diesen unvergesslichen Ausflug!

Glück zu! (gmo)

Basaltabbau Bergwerk

Basaltabbau Bergwerk | ©mohr_2026

Wasserrad der Mosenmühle | ©mohr_2026

Wasserrad der Mosenmühle | ©mohr_2026

Getriebe der Mosenmühle | ©mohr_2026

Getriebe der Mosenmühle | ©mohr_2026

Letzter Trass-Kollergang | ©mohr_2026

Letzter Trass-Kollergang | ©mohr_2026

Müller Mosen bei der Mehlprobe | ©mohr_2026

Müller Mosen bei der Mehlprobe | ©mohr_2026

Griesprobe Müller Mosen | ©mohr_2026

Griesprobe Müller Mosen | ©mohr_2026

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