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29.06.2026

Mühlennews | Wetzmühle Mülheim an der Ruhr und Wasserkraft an der Erft

Gutsgebäude der Wetzmühle© Heike Mühlendyck, 2026

Die Wetzmühle in Mülheim an der Ruhr

Ein herzlicher Dank geht an die Eigentümerin, Frau Heike Mühlendyck. Sie hat uns eine Vielzahl an historischen Dokumenten und Fotos der Wetzmühle überlassen, die wir nun in unsere Datenbank einarbeiten. Die Unterlagen belegen eindrucksvoll die Bedeutung der Wassermühlen für die Stadtentwicklung. Bereits im Jahr 1093 führte dies zur urkundlichen Erwähnung des Ortes als „Mulenheim“. Um 1800 trieb der Rumbach im heutigen Stadtgebiet 17 Mühlen an, die in enger Symbiose mit den lokalen Gerbereien betrieben wurden. Am 17. November 1894 erwarb der Ökonom Heinrich Mühlendyck das 25 Hektar (100 Morgen) große Gut für 87.000 Mark von Friedrich Peter Wetzmüller. Dessen Sohn hatte nach einem Studium in München den Beruf des Apothekers ergriffen. Im frühen 20. Jahrhundert führte Heinrich Mühlendyck junior die Anlage als Frucht- und Mehlhandlung fort. 

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Als letzte aktive Mühle am Rumbach stellte sie 1954 den Betrieb ein. Drei Jahre später wurde der Bachlauf wegen des Hochwasserschutzes unter die Erde verlegt.

© Heike Mühlendyck

Herausforderungen durch die WRRL im Erftgebiet

Parallel erreichen uns Anfragen, die zeigen, dass die aktuelle Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in NRW die Existenz bestehender Wassermühlen sowie die Erzeugung regenerativer Energie einmal mehr bedroht. 

Der Erftverband plant derzeit den Rückbau (das Schleifen) aller Mühlenwehre an der unteren Erft. Obwohl wir vom RMDZ dazu eine ausführliche Stellungnahme zum Erhalt der Wehre dem Land NRW eingereicht haben.

Titelseite Studie Querbauwerke Erft 2009© RMDZ

Nun wird mit Wassermengen kalkuliert, die weit unter den natürlichen Abflüssen aus der Zeit vor dem Braunkohletagebau liegen. 

In dieser Sache suchen wir Unterlagen zur Mittelwasserführung (in m³/s) im Raum Grevenbroich, Neuss und Neubrück. Zudem steht die Frage im Raum, ob und in welchem Ausmaß der Erftquerschnitt im Stadtgebiet von Grevenbroich und Neuss durch die Aktivitäten der ehemaligen Rheinbraun (heute RWE Power AG) dauerhaft verändert wurde.

Als positives Gegenbeispiel zu den bürokratischen Hürden sei das Engagement von Energiegenossenschaften wie der WirEnergieRheinErft eG genannt. Sie sucht gezielt über das RMDZ den Kontakt zu potenziellen Energieerzeugern und Mühleninhabern im Rhein-Erft-Kreis, die mit ihnen zusammen sauberen Strom erzeugen wollen.

 

Der Vorstand des RMDZ

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